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1712: Richard Cromwell, Lordprotektor von England, Schottland und Irland

Name: Richard Cromwell

Titel: Lordprotektor von England, Schottland und Irland

Geburtsdatum: 4. Oktober 1626

Todestag: 12. Juli 1712

Amtszeit: 1658 bis 1659

Vorfahren: Sohn von Oliver Cromwell

Politische Zugehörigkeit: Parlamentarier

Nachfolger: Richard Cromwell wurde von Charles II. abgelöst

Richard Cromwell: Der umstrittene Lordprotektor Englands

Richard Cromwell, geboren am 4. Oktober 1626, war der Sohn des berühmten Oliver Cromwell, der von 1653 bis 1658 als Lordprotektor diente. Nach dem Tod seines Vaters im September 1658 übernahm Richard das Amt des Lordprotektors und führte das Land in eine turbulente Phase. Sein kurzes, aber bedeutendes Engagement als Staatsoberhaupt wird oft als weniger erfolgreich angesehen als das seines Vaters, was ihm den Spitznamen 'Tumble Down Dick' einbrachte, ein Hinweis auf seine Schwierigkeiten in der Führung.

Geboren in Huntingdon, England, wuchs Richard Cromwell in einer Zeit politischer Umwälzungen auf, die von der Englischen Bürgerkrieg und den Folgen der Herrschaft der Commonwealth geprägt war. Nach dem Sturz von König Karl I. wurde ein neues Regierungssystem unter der Führung der Puritaner etabliert. Richard Cromwell studierte an der St. John's College in Cambridge und heiratete 1647 Dorothy Maijor, mit der er mehrere Kinder hatte.

Als Richard nach dem Tod seines Vaters die Macht übernahm, war er mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Die politischen Spannungen in England waren hoch, und die verschiedenen Fraktionen, die während des Bürgerkriegs um die Vorherrschaft gekämpft hatten, waren immer noch aktiv. Richard versuchte, eine friedliche Lösung zu finden, stieß jedoch auf Widerstand sowohl von militärischen Kommandanten als auch von zivilen Politikern, die eine Rückkehr zur Monarchie forderten.

Die Armee, die einst das Rückgrat des Protektorats bildete, verlor bald das Vertrauen in Richard. Sein Führungsstil war weniger autoritär und entschlossen als der seines Vaters, was viele in der Armee und in der politischen Führung zu der Überzeugung führte, dass er nicht das nötige Zeug für das Amt hatte. Diese Unsicherheiten führten schließlich zu einem Militärputsch, und Richard Cromwell trat am 25. Mai 1659 zurück.

Nach seiner Absetzung lebte Richard Cromwell in relativer Anonymität, zunächst in London, dann in verschiedenen anderen Orten. 1660, im Zuge der Restauration der Monarchie unter Karl II., wurde Richard Cromwell gezwungen, ins Exil zu gehen. Er lebte bis zu seinem Tod am 12. Juli 1712 in Hamersmith, wo er schließlich in Ruhe und Geschichtsstille verstarb.

Obwohl Richard Cromwell als Lordprotektor in einer äußerst herausfordernden Zeit regierte, bleibt sein Erbe ambivalent. Er wird oft in engem Zusammenhang mit den Ideen des Puritanismus und der republikanischen Regierungsformen seiner Zeit gesehen. Sein Scheitern, die Systeme und Strukturen aufrechtzuerhalten, die seinem Vater von Bedeutung waren, führt zu der Frage, ob weniger die personellen Qualitäten, sondern vielmehr die Umstände seiner Herrschaft entscheidend waren.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Richard Cromwell ein zentrales, wenn auch oft missverstandenes Kapitel in der Geschichte Englands verkörpert. Sein Versuch, das Erbe seines Vaters zu bewahren und das Land in ruhigeres Fahrwasser zu führen, war von Herausforderungen geprägt, die nicht nur ihn, sondern auch die Gesellschaft des 17. Jahrhunderts formten.

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